Nein Danke!

"Diese Kritik ist unhaltbar"

Die Toggenburger Bergbahnen übten jüngst heftige Kritik am Nachbarunternehmen in Wildhaus. Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus AG, weist die Anschuldigungen zurück.

Die Toggenburg Bergbahnen AG (TBB) und die Bergbahnen Wildhaus AG (BBW) wirtschaften in einem Tarifverbund. Im Geschäftsbericht kritisierte TBB-Präsidentin Mélanie Eppenberger, der Schlüssel, anhand dessen der Ertrag zwischen den beiden Gesellschaften aufgeteilt werde, sei unfair. Nun kontert Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus AG: 48,7 Prozent der Pooleinnahmen aus dem gemeinsamen Winterticket gehen an die BBW, folglich erhält die TBB 51,3 Prozent. Dies legt Rhyner offen. Im Interview nimmt er Stellung zu den weiteren Kritikpunkten seitens der TBB.

Jack Rhyner, was sagen Sie zur heftigen Kritik seitens Mélanie Eppenbergers im Geschäftsbericht der TBB?
Ich erachte diese Kritik als unhaltbar.

Ihnen wird vorgeworfen, die Bergbahnen Wildhaus AG würde ungerechtfertigt Poolumsätze abschöpfen?
Das Resultat aus dem Tarifverbund ist eine Folge der effektiven Gästenachfrage. Wir haben immer für unsere gemeinsamen Kunden gebaut und werden das auch mit unserem Projekt Wildhaus 2.0 zukünftig tun. Unsere Messlatte ist einzig und allein das Gästebedürfnis.

Konkret kritisierte Mélanie Eppenberger die Sesselbahn Oberdorf-Gamsalp...
Diese Sesselbahn erschliesst drei Pisten, wovon nicht weniger als zwei technisch beschneit sind. Sie ist somit für die Obertoggenburger Wintersportler die wichtigste sogenannte Beschäftigungsanlage im Gebiet. Erfolgreiche Wintersportbahnen in unserer Branche zeichnen sich ganz generell dadurch aus, dass sie topografisch interessante und zudem technisch beschneite Pisten erschliessen. Das «Runterkommen» auf beschneiten Pisten ist unterdessen wichtiger wie das «Hochkommen» mit den Bahnen.

Worauf genau basiert denn der Tarifpool?
Unser Pool basiert auf den technischen Werten, also dem Wert der investierten Anlagen multipliziert mit der Anzahl der damit beförderten Personen. Der Tarifpool bildet in der Folge die Nachfrage im Verhältnis zur Investition ab. Er wird in der gleichen oder einer ähnlichen Form in sämtlichen uns bekannten Wintersportgebieten im Alpenraum angewandt. Wenn man eine einfache Überschlagsrechnung macht, dann kommt man zwangsläufig zum Schluss, dass der aktuelle Poolverteiler so grundfalsch nicht sein kann: Wildhaus realisierte im vergangenen Winter 53,4% der Ersteintritte der Region. Wenn dabei am Schluss ein Poolanteil von 48,7% herausschaut, kann wohl von einer «Bevorteilung von Wildhaus» nicht die Rede sein.

Die Strategie und Bauten der Bergbahnen Wildhaus AG sollen laut Eppenberger darauf ausgerichtet sein, Frequenzen zu generieren und die Gäste möglichst schnell wieder an der Talstation zu haben.
Auch diese Behauptung ist falsch. Die Strategie der BBW ist darauf ausgerichtet, den Gästen echte und gute Freizeiterlebnisse zu bieten. Durchaus auch sportliche.

Also geben Sie zu, die Tempobolzerei zu fördern?
Das Gegenteil ist der Fall. Wildhaus 2.0 fokussiert sich auf Familien und Beginner. Zentrales Element davon ist die Beginnerpiste von der Freienalp bis ins Oberdorf, eine sehr einfache und langsame Piste. Zentral ist auch hier: die Frage des «Runterkommens».

Allgemein zweifelt Mélanie Eppenberger Ihre Investitionen und die Gebietsentwicklung an. Hat sie recht?
Diese Behauptungen sind mehr als nur widersprüchlich. Wie kann man von falschen Investitionen sprechen und uns gleichzeitig vorwerfen, dass unsere Anlagen für den Pool zu erfolgreich seien, also zu viele Gäste anziehen. Wir haben zu diesem Thema eine marktwirtschaftliche Haltung. Der Wurm muss bekanntlich dem Fisch schmecken und nicht dem Fischer. Ein gutes, stimmiges Angebot erzeugt die betriebswirtschaftlich notwendige Nachfrage.

Sie zweifelt ja sogar das unabhängige wirtschaftliche Fortkommen der Bergbahnen Wildhaus AG an...
Ich würde empfehlen, die beiden Geschäftsberichte genau zu lesen und zuweilen etwas selbstkritischer zu sein.

Quelle: St. Galler Tagblatt, 3. November 2017

 

 

Feindlicher Übernahmeversuch der Toggenburg Bergbahnen AG

Mit grossem Erstaunen und Befremden haben wir über ein Zeitungsinserat im Toggenburger Tagblatt erfahren, dass die Toggenburg Bergbahnen AG (TBB) unseren Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet. Die TBB bietet für den Kauf einer Aktie der Bergbahnen Wildhaus AG (BBW) geradezu lächerliche CHF 25.00 in bar oder eine Umtauschmöglichkeit im Verhältnis 10:1 an (10 Aktien der Bergbahnen Wildhaus AG für eine Aktie der Toggenburg Bergbahnen AG). Der Nominalwert der Wildhauser Aktie beträgt bekanntlich CHF 200.00. Wir erachten diesen feindlichen Übernahmeversuch als sehr überheblich und inakzeptabel. Mit dem vorliegenden Angebot könnte sich die TBB für den Preis eines Pistenfahrzeugs (CHF 400‘000!) die Mehrheit an unserem Unternehmen sichern, hätte damit automatisch Zugriff auf unsere flüssigen Mittel, könnte nach Belieben schalten und walten und somit auch ihre «Mehrbesseren»-Strategie übers gesamte obere Toggenburg ausbreiten.

Wir sind ein kerngesundes Unternehmen
Die Bergbahnen Wildhaus AG ist mit einer ausgezeichneten Bilanzstruktur gesund und stabil unterwegs und erzielt Winter für Winter deutlich über 50 % der Ersteintritte der Region. Wir sind weder Übernahmekandidat noch „der kleine Bruder“. Bei Beschaffungswerten der Anlagen von CHF 53,3 Mio. beträgt der Buchwert nach konsequenten Abschreibungen noch CHF 10,6 Mio. Die langfristigen Schulden belaufen sich auf CHF 3,5 Mio., was weniger als das Doppelte des durchschnittlich erarbeiteten Betriebsergebnisses von CHF 1,78 Mio. ausmacht. Die Liquidität ist hervorragend und liegt aktuell bei über CHF 3 Mio. Mit diesen Kennzahlen liegt die Unternehmung im vordersten Drittel der Schweizer Bergbahnbranche. Der Ausblick auf den kommenden Geschäftsabschluss 2016/17 fällt ebenfalls positiv aus.

Entwicklung der Steuerwerte
Zahlen lassen sich bekanntlich auf viele Arten interpretieren. Wir verweisen deshalb an die wohl unbestechlichste Stelle im Kanton, die St. Galler Steuerbehörde (vgl. Kursliste ). Der Steuerwert der TBB-Aktie (Nominalwert CHF 250.00) verringerte sich im Zeitraum von 2013 bis 2016 von CHF 175.00 auf CHF 100.00, wogegen die Aktie der Bergbahnen Wildhaus AG (Nominalwert CHF 200.00) über die Jahre einen stabilen Wert von CHF 200.00 aufweist. Damit beträgt der kapitalisierte Steuerwert der TBB bei einem Aktienkapital von CHF 21 Mio. in der Folge CHF 8,4 Mio. und bei der BBW bei einem Aktienkapital von CHF 6,34 Mio. somit CHF 6,34 Mio. Diese Zahlen zeigen die Relation vom Steuerwert zum einbezahlten Aktienkapital und verdeutlichen zudem, dass das Angebot der TBB «total neben den Schuhen liegt». 

Mit Herz und Verstand
Wertvoller Tourismus drückt sich nach unserem Empfinden nicht nur in Zahlen aus, sondern bedeutet vor allem auch Wertschätzung, Respekt und Vertrauen untereinander. Erst dann kann unseres Erachtens im wahrsten Sinne des Wortes von wertschöpfendem Tourismus gesprochen werden. Nach nunmehr 25-jähriger Tätigkeit im Toggenburger Tourismus sind wir nach wie vor der Meinung, dass man für einen langfristig erfolgreichen Tourismus das Angebot zusammen mit den Menschen, die dort leben, entwickeln muss.

Wir verkehren mit den Einheimischen, den Zweitwohnungsbesitzern, den Gästen, den Aktionären, den Lieferanten und den Behörden auf Augenhöhe. Das war seit jeher unsere Devise und wird es immer bleiben. Alle diese Werte haben wir im Zukunftsprojekt Wildhaus 2.0 verpackt. Dieses Projekt wollen wir mit Herzblut vorantreiben, wollen mit unseren neuen Angeboten Menschen berühren und Kinder glücklich machen.

Dass uns das seit vielen Jahren gelungen ist, zeigen unsere Zahlen. Aus einem damals nahezu konkursiten Unternehmen in den 90er-Jahren ist eine gesunde, gefreute Bergbahnunternehmung geworden, die mit ihrem Geld haushälterisch umgeht. Weit über CHF 30 Mio. wurden in die Angebote investiert und die Dienstleistungen laufend optimiert. Eine Unternehmungsstrategie mit Herz und Verstand.

Wir empfehlen Ihnen, nicht auf das Angebot der Toggenburg Bergbahnen AG hereinzufallen und dieses abzulehnen. Wir bitten Sie, bei einem allfällig später von der TBB nachgebesserten Angebot ebenfalls standhaft zu bleiben und der Rattenfängerei nicht zu erliegen.

Wir sind überzeugt, die momentanen Wirren mit Ihnen zu meistern und weiterhin als intakte BBW-Familie die Schönheiten im Obertoggenburg geniessen zu dürfen.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Kontakt

Bergbahnen Wildhaus AG
Vordere Schwendistrasse 23
CH-9658 Wildhaus

Tel. +41 71 998 50 50
bergbahnen@dont-want-spam.wildhaus.ch 

 

 

Pressespiegel

21. November im WundO
Fusion auf Augenhöhe nicht möglich 

14. November 2017 im WundO

Nur Transparenz schafft Vertraunen 

9. November 2017 im WundO
Toggenburger Bergbahnen halten Druck aufrecht 

4. November 2017 im WundO
Unhaltbare Vorwürfe aus Unterwasser 

5. August 2017 im St. Galler Tagblatt
Risse durch die heile Bergwelt  

22. Juni 2017 im St. Galler Tagblatt
Die verletzte Seele von Wildhaus  

17. Juni 2017  im WundO
Jetzt-erst-recht-Stimmung 

13. Juni 2017 im Toggenburger Tagblatt
Leserbrief von Christoph Rickli zum Bahnübernahmeangebot 

10. Juni 2017 im St. Galler Tagblatt
Greifen Sie ein, Herr Damann!  

10. Juni 2017 im WundO
Leserbrief von Josef Dudli zum Übernahmeangebot an die Aktionäre  

8. Juni 2017 im Blick
Der frechste Übernahmeversuch der Schweiz 

8. Juni 2017 im WundO
Melanie Eppenberger nimmt Stellung  

7. Juni 2017 im WundO
Wir werden auf keinen Fall verkaufen 

4. Juni 2017 in der Ostschweiz am Sonntag
Überraschende Kampfansage